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Aktion zum Naziladenjubiläum

Nachräglich:

In den Abendstunden des 15.11 fand im Umfeld des Naziladens „Streetwear-Tostedt“ eine Flyeraktion statt. Eine kleine Gruppe Antifaschist_Innen nahm das 6-jährige Jubiläum des Ladens in der Niedersachsenstraße 1 im Tostedter Ortsteil Todtglüsingen zum Anlass um mal wieder über das Geschäft, seinen Betreiber und den neonazistischen Hintergrund aufmerksam zu machen.

Es gibt kein ruhiges Hinterland!
Neben dem Jubiläum am 5.November, feiert der Betreiber und bekannte Neonazi Stefan Silar Ende November seinen Geburtstag. In den letzten Jahren fanden immer wieder größere und kleinere Aktivitäten statt. Vor zwei Jahren am 21.11 organisierte Silar zum 4-jährigen Geschäftsjubiläum ein Rechtsrock Konzert im nahen gelegenen Dorf Königsmoor ( http://de.indymedia.org/2009/11/266677.shtml). Dazu kamen Neonazis aus Nord- und Ostdeutschland. Es spielte die NSHC-Band „Path of Resistance“, die regionale Band „Alte Schule“ aus Schneverdingen und „Propaganda“.

Der Betreiber des Naziladens Stefan Silar gilt als einer der Köpfe der norddeutschen Neonaziszene. Seitdem er 1992 den ehemaligen Capitän Gustav Schneeclaus tot schlug, gilt er in der Szene als Kader, der zu dem steht was er sagt. ( http://de.indymedia.org/2010/03/275942.shtml) Die Ideologie nach der Silar damals tötete vermittelt er nun durch seinen Laden an Nachwuchsnazis. Das schlägt sich in der langen Liste von gewalttätigen Übergriffen durch Neonazis in Tostedt nieder. Die Polizei und die Justiz sind nicht in der Lage in irgendeiner Form die Naziübergriffe zu beenden oder einzuschränken. In den letzten Monaten beobachten die örtlichen Antifaschist_Innen wieder vermehrt neonazistische Aktivitäten. Am Abend des 11.11 wurde ein Antifaschist am Bahnhof Buchholz von zwei Tostedter Neonazis angegriffen und verprügelt. Zum sogenannten „Volkstrauertag“ am 13.11. veranstaltete die Naziszene eine Gedenkveranstaltung. Letzter öffentlicher Artikel ( http://de.indymedia.org/2011/09/315351.shtml)
Das Versagen der Polizei und der Justiz wird besonders deutlich bei Stefan Silar selbst. Trotz einer lange Liste von Körperverletzungsdelikten und einem klaren neonazistischen Menschenbild aus dem heraus seine Übergriffe resultieren, ist es den Repressionsbehörden nicht gelungen Silar „weg zu sperren“ oder den Naziladen zu schließen.

Lange Zeit vermittelte die Presse, die Polizei und die Justiz den Eindruck als ob es gelingen würde den Naziladen auf juristischem Wegen zuschließen. Doch der Eindruck trügt, in erster Instanz vor dem Amtsgericht in Tostedt wurde Silar zu einer Freiheitsstrafe verurteilt, dagegen ging er mit seinem Anwalt Arndt Hohnstädter aus Leipzig in Revision. Vor dem Gericht in Stade, verringerte der Richter die Strafe zu einer Bewährungsstrafe mit der Auflage, „der Laden sei innerhalb von 3 Monaten zuschließen“. Maßgeblich stützte sich das Gericht auf eine positive Sozialprognose und eine Aussage einer örtlichen Staatsschutzbeamtin. Woher das Gericht bei einer Karriere ( http://de.indymedia.org/2010/03/275942.shtml) wie der von Herrn Silar auf eine solche Prognose kam, bleibt unschlüssig. Auch gegen dieses Urteil wehrt er sich weiter, sodass der Fall jetzt von dem Gericht in Celle geprüft wird.

Es sieht alles danach aus, dass der Laden von Staatsseite nicht geschlossen werden kann.

Das zeigt einmal mehr die Notwendigkeit antifaschistischer Intervention, um die Neonazis in ihrem Handeln einzuschränken. Das Naziproblem ist zum einen durch die gescheiterte „akzeptierende Jugendarbeit“ (Link) der neunziger Jahre selbst gemacht und zum anderen ein gesamtgesellschaftliches Problem. Es lässt sich nicht einfach einsperren oder verbieten. Um das Problem nachhaltig zu bekämpfen ist es zwingend notwendig der Naziszene was entgegen zu setzten.

Wir fordern die Schließung des Naziladens „Streetwear-Tostedt“!

Unsere Perspektive ist und bleibt der Aufbau einer Antifaschistischen Jugendkultur, die in der Lage ist den Nazis Widerstand entgegen zu setzen!

Seit Oktober 2010 kämpft die Kampagne „Landfriedensbruch“ für antifaschistische Perspektiven in der Region Tostedt.

„Music against Fascism Vol.2″ in Winsen

Am kommenden Freitag, den 23. September 2011, findet im Jugendzentrum Winsen (Luhe) ein Konzert statt, organisiert von regionalen Antifastrukturen. Wir unterstützen die örtlichen Antifaschist_Innen dabei eine antifaschistische Jugendkultur im Landkreis Harburg aufzubauen und zu etablieren.

Lineup und Spielplan:
Einlass ab 18:30
The Sustainers haben leider kurzfristig abgesagt
19:30 E123
21:00 Johnny Mauser, Captain Gigs und Marie Curry
22:00 Feine Sahne Fischfilet
23:00 Crass Defected Character

musicagainstfascism

Bands

Am kommenden Samstag werden folgende Bands auf der Kundgebung spielen. Hier die Links zu den Internetauftritten der Acts, um schonmal reinzuhören.

>> Goodbye Jersey
>> No Life Lost
>> E123
>> maison derrière

Mobi-Video zur Kundgebung mit LKW Konzert!

16.7.2011 – „Am 10. September 2011 findet im niedersächsischen Dorf Tostedt eine antifaschistische Kundgebung mit LKW-Konzert statt. Unter dem Motto „Love Music, Hate Fascism – Für eine antifaschistische Jugendkultur!“ hat die Kampagne Landfriedensbruch diese erneute Antifa-Aktion in Tostedt organisiert. Mehrere Bands wollen gemeinsam mit Antifas den Ort rocken und örtliche Antifa-Strukturen stärken. Am Sande – Tostedt, Beginn um 14 Uhr.“

>> Link zum Mobi-Video auf YouTube

Zusätzlich haben die Bands E123 aus der Region um Tostedt und maison derrière zugesagt! Leider hat Tackleberry abgesagt.

Treffpunkt für eine gemeinsame Abfahrt zur Kundgebung mit LKW Konzert aus Hamburg.
Samstag 10.09.2011
12.50 DB Reisezentrum
Abfahrt ab Hamburg Hbf 13.15

>> Aufruf
>> aktueller Hintergrund Artikel

Antifa Kundgebung mit LKW-Konzert

Am 10. September 2011 findet im niedersächsischen Dorf Tostedt eine antifaschistische Kundgebung mit LKW-Konzert statt. Unter dem Motto „Love Music, Hate Fascism – Für eine antifaschistische Jugendkultur!“ hat die Kampagne Landfriedensbruch diese erneute Antifa-Aktion in Tostedt organisiert.
Mehrere Bands wollen gemeinsam mit Antifas den Ort rocken und örtliche Antifa-Strukturen stärken.

Tostedt? Dazu fällt einem zumeist erst der Naziterror im Örtchen in der Nordheide ein. Seit Jahren ist in Tostedt eine aktive und gewalttätige Neonaziszene etabliert. Durch unzählige Übergriffe auf alle Menschen, die sie als Gegner_innen ausgemacht haben, versuchen die örtlichen Nazis eine rechte Hegemonie in Tostedt herzustellen. Das rechte Problem wurde dort zumeist totgeschwiegen oder verharmlost. In den 1990er Jahren wurden die Nazis sogar durch ein Streetworkprojekt gefördert, während gleichzeitig antifaschistische Initiativen kriminalisiert wurden.

Bis heute hält der niedersächsische Inlandsgeheimdienst, der sog. „Verfassungsschutz“ und das Landeskriminalamt seine schützenden Hände über die Nazis. Nur wenn es zu öffentlichen Protesten oder einer überregionalen medialen Resonaz kommt, gehen auch die Behörden gegen die Nazischläger vor. Dreh- und Angelpunkt der extrem rechten Szene in Tostedt ist das Ladengeschäft „Streetwear Tostedt“. Betrieben wird dieser Laden vom Naziaktivisten und verurteilten Totschläger Stefan Silar. Dieser ist nicht nur Anführer der regionalen Szene, sondern gehört auch dem Führungskreis der norddeutschen Naziszene an und organisiert regelmäßig RechtsRockkonzerte.
Für nicht-rechte und antifaschistische Jugendliche war Tostedt über Jahre fast eine NoGo-Area. Wer sich dort gegen Rechtss engagierte, musste mit Übergriffen rechnen. Eingeschlagene Fensterscheiben, beschädigte Autos, Bedrohungen auf offener Straße und Überfälle waren die Antworten der Nazis.
Im Oktober letzten Jahres haben sich verschiedene antifaschistische Gruppen aus Niedersachsen und Hamburg zur Kampagne Landfriedensbruch zusammengeschlossen, um die Tostedter Verhältnisse zu verändern, den Naziterror zu stoppen und antifaschistische Initiativen vor Ort wieder aufzubauen und zu stärken. Offensiv soll sich den Nazis dort entgegengestellt werden. So fanden u.a. Flugblattaktionen, Infoveranstaltungen, Kundgebungen und eine Demonstration statt. Mittlerweile konnten die Aktivitäten und Übergriffe der Nazis eingeschränkt werden.

Um auch weiterhin den Nazis in Tostedt auf die Füße zu treten und gleichzeitig eine antifaschistische Jugendkultur zu stärken, findet am 10. September 2011 eine antifaschistische Kundgebung mit Konzert statt.

Um die Situation in Tostedt nachhaltig zu verändern und die Neonazis zurückzudrängen, ist ein langer Atem und kontinuierliches antifaschistisches Engagement erforderlich.
Die Kundgebung mit Konzert richtet sich zum einen gegen nationalistische, rassistische und sexistische Denkweisen und zum anderen soll Jugendlichen eine Plattform geboten werden, sich zu informieren und auszutauschen. Auf Wunsch Tostedter Jugendlicher findet die Veranstaltung am 10. September 2011 statt, um ihnen einen Raum ohne Nazis zu schaffen und sie in ihrem Engagement vor Ort zu unterstützen. Erklärtes Ziel der Kampagne Landfriedensbruch ist es, mit unterschiedlichen Aktionen Aufklärung zu leisten und zu antifaschistischem Handeln gegen Neonazis in Tostedt und anderswo zu motivieren.

Kundgebung für eine antifaschistische Jugendkultur

KundgebungKonzi1

KundgebungKonzi2

Skaten gegen Nazis

Kundgebung für eine antifaschistische Jugendkultur









Am vergangenen Samstag (16.07.11) fanden im niedersächsischen Tostedt zwei antifaschistische Aktionen statt. Unter dem Motto „Skaten gegen Nazis – Für eine antifaschistische Jugendkultur“ kamen rund 120 Menschen zusammen. War zunächnst nur eine Kundgebung geplant, fanden dann zwei Veranstaltungen statt, um den Nazis in Tostedt mal wieder die Rote Karte zu zeigen. Neben der Kundgebung am Bahnhof wurde auch die örtliche Skateanlage genutzt, was von der Samtgemeinde Tostedt vorher untersagt wurde.
Insgesamt ein schöner Tag in Tostedt, ohne irgendwelchen Ärger mit Nazis.
„Skaten gegen Nazis“ wollte die Kampagne Landfriedensbruch mit örtlichen Jugendlichen, um den Ort wenigstens temporär zu besetzen und einen Nachmittag ohne Nazis in Tostedt zu verbringen. Auf der örtlichen Skateanlage tummeln sich in den Sommermonaten auch immer mal wieder Nazis und versuchen dort junge Leute anzusprechen. Für alternative und nicht-rechte Skater_innen ist die Anlage sonst nicht zu nutzen. Dies galt es zu ändern und mal wieder die Nazis in ihrem Handeln einzuschränken.

Nachdem die Kampagne Landfriedensbruch im Herbst 2010 gestartet ist, hat sich das Klima in Tostedt etwas geändert. Die Nazis treten nicht mehr so stark in Erscheinung und mehrmals wurde ihnen deutlich gemacht, dass es mit der Ruhe im Dorf vorbei ist. Die Kampagne Landfriedensbruch will auch weiterhin kontinuierlich in Tostedt aktiv werden und eine antifaschistische Jugendkultur stärken.

Die Kundgebung am Samstag sollte eigentlich auf der Skateanlage stattfinden. Nachdem diese bei der zuständigen Versammlungsbehörde angezeigt wurde, teilt die Samtgemeinde Tostedt den Veranstalter_innen mit, dass die Skateanlage sich im „Eigentum“ der Samtgemeinde befände und nur „im Rahmen der Jugendpflege sportbegeisterten Jugendlichen zur Verfügung gestellt wird“. Auch könnte eine Genehmigung nur in Aussicht gestellt werden, wenn es sich um eine „reine Sportveranstaltung handelt und diese mit keiner politischen Veranstaltung in Verbindung steht.“ So eine Veranstaltung ist angesichts der Naziproblematik in Tostedt allerdings nicht möglich. „Skaten gegen Nazis“ ist natürlich eine Aktion von sportbegeisterten Menschen, aber diiese verbinden damit auch einen politischen Ausdruck. Die Kundgebung wurde dann auf den nahegelegen Parkplatz am Bahnhof verlegt, um sich nicht aus Tostedt verdrängen zu lassen und um deutlich zu machen, dass antifaschistische Aktionen trotz aller Einschränkungen stattfinden werden.

Der Tag begann dann mit einigen Verzögerungen, da die Lokomotivführer_innen in der Nacht wieder in den Streik getreten sind und die meisten Zugverbingungen nach Tostedt ausfielen. Bis 13 Uhr kamen dennoch rund 120 Menschen in Tostedt zusammen. Einige Gruppen mussten sich allerdings abmelden, da sie keinerlei Zugverbindungen hatten. Telefonisch richteten sie aber solidarische Grüße aus.

Die antifaschistische Kundgebung begann nach einer Begrüßung und der Erklärung, dass mensch trotz der Schwierigkeiten bei der Anreise nach Tostedt, solidarisch mit dem Streik der Lokomotivführer_innen ist und die Forderungen der GDL unterstützt.

Schon zu Beginn der Kundgebung am Bahnhof trafen sich ca. 30 Menschen auf der Skateanlage und ließen sich nicht durch die Einschränkung der eigentlich geplanten Veranstaltung abhalten. So wurde dann ein Grill aufgebaut und die Anlage ganz „sportbegeistert“ und „politisch“ genutzt.

Nachdem auf der Kundgebung am Bahnhof die Hintergründe der Einschränkung der Veranstaltung erläutert wurden, entschlossen sich einige empörte Menschen spontan eine Kundgebung auf der Skateanlage anzumelden. Dies wurde dann bei der anwesenden Polizei getan und nach einigem hin und her, musste diese Veranstaltung dann auch zugelassen werden. So kam es, dass dann zwei Kundgebungen in Tostedt stattfanden.

Auf der Skateanlage herrschte dann eine ausgelassene Stimmung, wo Menschen mit ihren Skateboards und Bikes die Anlage „sportlich“ sowie „politisch“ nutzten.
Zu dieser Kundgebung kamen dann auch mehrere Jugendliche aus Tostedt und Umgebung hinzu, die sich sichtlich darüber freuten, dass diese Veranstaltung stattfand und sie ohne Nazis die Anlage nutzen konnten. Zusammen mit anderen Skater_innen und Antifas wurden dann größere und kleinere Kunststücke vorgeführt und auch die Jüngsten zeigten ihr Können.

Gegen 15.30 Uhr wurden die beiden Kundgebungen beendet, damit alle mit den spärlich fahrenden Zügen wieder abreisen konnten.
Nach Beendigung der Kundgebung am Bahnhof, wurden durch die Polizei noch die Personalien von drei Antifas aufgenommen. Die Antifas sollten angeblich Personen beleidigt haben, die versuchten die Kundgebung zu provozieren. Ansonsten hielt sich die Polizei, die mit einem größeren Aufgebot vor Ort war, zurück.

Von den Nazis sah mensch an diesem Tag nichts. Einige drückten sich vor dem Naziladen „Streetwear Tostedt“ und auf dem Schützenfest rum. Hatten sie vorher noch ein „Skate-Battle um die Vorherrschaft in Tostedt“ angekündigt, war dann letztendlich außer großen Worten nichts davon zu merken. Auf einer Internetseite hatten sich die Tostedter Nazis vorher mit Plakaten zur Antifa-Kundgebung gezeigt. Diese hatten sie vorher in Tostedt abgerissen. In einem humoristischen Artikel versuchten sie den Eindruck zu vermitteln, dass sie mit einem Plakat durch halb Europa gefahren seien und ihre Kameraden informiert hätten. Allerdings haben sie sich nur vor zwei Straßenschildern abgelichtet, als sie auf dem Weg ins französische Rohrbach (Lothringen) waren. Dort hatten sie ein großes Nazikonzert der sog. „Hammerskins“ besucht.

Für die Kampagne Landfriedensbruch war der Tag erfolgreich, da zum einen nicht nur organisierte Antifas kamen, sonderen auch viele Jugendliche aus Tostedt. Auch Vertreter_innen des örtlichen Forums für Zivilcourage beteiligten sich an der Veranstaltung. Zum anderen konnten fortschrittliche Positionen genau dort vermittelt werden, wo sich Nazis festgesetzt haben und auf eine weit verbreitete Gleichgültigkeit spekulieren können.

>> Aufruf
>> Mobivideo

Skaten gegen Nazis – Mobivideo

16.7.2011 – „Mit einer erneuten Kundgebung will die Kampagne Landfriedensbruch am 16. Juli 2011 wieder in Tostedt aktiv werden. Unter dem Motto „Skaten gegen Nazis – Für eine antifaschistische Jugendkultur“ findet die Kundgebung auf dem Parkplatz hinter demBahnhof (Zinnhütte) statt. Beginn ist um 12 Uhr.“

>> alle Informationen zum Event

9.7. – Antifa-Kundgebung in Buchholz

Nach zwei Übergriffen von Neonazis auf linke Jugendliche in Buchholz in der Nordheide, rief der Jugendverband der Partei Die Linke zu einer antifaschistischen Kundgebung auf. Zwischen 70 und 80 Menschen kamen am 9.7. in der niedersächsischen Stadt zusammen, um die Naziangriffe nicht unbeantwortet zu lassen.

>> zum Aufruf
>> zum Bericht

16.7. Skaten gegen Nazis

Eigentlich war für den 16. Juli 2011 eine Kundgebung mit Skate-Contest auf der Skaterbahn geplant. Diese Veranstaltung wurde vor einiger Zeit beim Landkreis Harburg angezeigt. Kurze Zeit spät erklärte die Samtgemeinde Tostedt, dass sie die Skaterbahn nur für rein „sportliche Veranstaltungen“ zur Verfügung stellen würde und nicht für eine „politische Veranstaltung“. Auch weiterhin werden in Tostedt antifaschistische Aktionen behindert, anstatt wirkungsvolle Aktivitäten gegen die rechte Umtriebe und Strukturen vor Ort zu unterstützen. In einem solchen Klima konnte sich die neofaschistische Szene in Tostedt in den letzten Jahren verfestigen und ausdehnen. Die Kampagne Landfriedensbruch wird dennoch den Tag zu nutzen wissen und mit der Kundgebung erneut ein Zeichen setzen. Damit die Nazis in Tostedt keine Möglichkeiten finden ungestört ihren Terror fortzuführen.

Rechte Gewalt, neonazistische Gruppierungen und Parteien und Naziaufmärsche gehören mittlerweile wieder zum Alltag in Deutschland. Kaum ein Wochenende vergeht, an dem nicht irgendwo Neonazis aufmarschieren um ihre rassistischen, antisemitischen und völkischen Botschaften zu propagieren.
Gerade Tostedt hat sich in den letzten Jahren zu einem Zentrum neofaschistischer Aktivitäten entwickelt. Immer wieder kommt es hier zu Übergriffen von Neonazis auf nicht-rechte und antifaschistische Jugendliche. Das Treiben der örtlichen Neonazis wird von Seiten der Behörden und der Polizei zumeist verharmlost oder verschwiegen. Anstelle einer offensiven Auseinandersetzung mit dem Problem, ist mensch in Tostedt in erster Linie um den Ruf des Ortes bemüht.

Nazis versuchen – auch in der Nordheide – den öffentlichen Raum für sich in Beschlag zu nehmen. Sie okkupieren bewusst Dorffeste, Skaterbahnen oder Dorfplätze. In Tostedt ist der Naziladen „Streetwear Tostedt“ ein fester Anlaufpunkt für die rechte Szene geworden.

Dagegen gilt es offensiv vorzugehen. Den Nazis darf es nicht gelingen Zonen der Angst zu schaffen, die Linke oder Migrant_innen nicht mehr ungefährdet betreten können. Hier gilt es für Antifaschist_innen besonders präsent zu sein und der Dominanz der Nazis – gerade im ländlichen Raum – etwas entgegenzusetzen. Das kann bedeuten dem organisierten Neofaschismus „ihre“ Treffpunkte streitig zu machen aber auch gezielt durch antifaschistische Demonstrationen Flagge zu zeigen. Es darf kein ruhiges Hinterland für Neonazis geben – nirgendwo.

Ein wichtiger Bestandteil antifaschistischen Engagements ist es zu verhindern, dass es Neonazis oder der NPD überhaupt gelingt junge Menschen an sich zu binden. Eine linke, emanzipatorische Jugendkultur ist die beste Prävention gegen neofaschistische Einstellungen und Handlungen. Sie ist auch eine notwendige Voraussetzung zur Verschiebung des regionalen Kräfteverhältnisses. Da wo sie in Ansätzen vorhanden ist, gilt es sie zu unterstützen und zu fördern. Antifaschistische Aktionen, wie am 6. und 19. März 2011 in Tostedt, waren für einige Jugendliche aus Tostedt und Umgebung eine Initialzündung für weitergehendes politisches Engagement.

Die Selbstsicherheit von Gruppen wie der Nazi-Kameradschaft „Gladiator Germania“ oder dem sog. „Nationalen Widerstand Tostedt“ fusst auf der Erfahrung von Sanktionsfähigkeit durch Gewalt und politischer Provokation, welche sie in der Region um Tostedt ausüben können. Dieser Raum lässt sich nur durch entschiedenes Auftreten und deutlicher Artikulation einer gegenteiligen Position begrenzen. Eine rechte Jugendkultur wie in Tostedt, die es nicht gewohnt ist mit ernsthaftem Widerstand konfrontiert zu sein, ist nur durch Erhöhung des politischen Drucks zu bekämpfen. Dazu waren die Aktionen der antifaschistischen Kampagne Landfriedensbruch erste Schritte, die durchaus dafür gesorgt haben, dass die örtlichen Neonazis in ihrem Handeln eingeschränkt wurden und die Anzahl der Übergriffe zurückgegangen ist.

Mit einer erneuten Kundgebung will die Kampagne Landfriedensbruch am 16. Juli 2011 wieder in Tostedt aktiv werden.
Unter dem Motto „Skaten gegen Nazis – Für eine antifaschistische Jugendkultur“ findet die Kundgebung auf dem Parkplatz hinter dem Bahnhof (Zinnhütte) statt. Beginn ist um 12 Uhr.

>> Mobivideo