Antifa Mobi-Tour im Landkreis Harburg

In den letzten Wochen fand im Raum Harburg-Land eine Mobi-Tour statt.
Das Ziel unser Tour war die Mobilisierung zu Aktivitäten gegen den Naziaufmarsch am 2.6. in Hamburg- Wandsbek. Wir wollten den Nazis schon im Vorfeld den Tag versauen und Menschen erreichen, die sonst nicht mit Linken und linksradikalen Aufrufen in Kontakt kommen.

Der erste Infostand fand am 19.04 in Neu Wulmstorf statt. Wie in jedem der Orte, die wir besuchten, machten wir mit Flyern und Plakaten auf den Naziaufmarsch in Hamburg und die Proteste dagegen aufmerksam. In Neu Wulmstorf war das Stadtbild schon seit längerer Zeit durch Nazi-Aufkleber, Plakate und Graffitis geprägt. Die Neonazis aus Neu Wulmstorf sind überregional organisiert und beteiligten sich in der Vergangenheit immer wieder an Naziaufmärschen und Aktionen, so z.B. auch an einer „Spontandemonstration“ der sogenannten „Unsterblichen“ im Dezember 2011 in Harburg.

Der nächste Ort auf unserer Tour durch Harburg-Land war am 26.04., Buchholz in der Nordheide. Hier existieren ebenfalls überregional organisierte Neonazistrukturen mit guten Kontakten zu z.B. der „Weisse Wölfe Terrorcrew“ und zu den „Freien Kräfte Celle“. Am Prozessauftakt gegen den norwegischen Neonazi Anders Breivik, klebten die örtlichen Neonazis Plakate in der Stadt, die sich gegen die vermeintliche „Islamisierung Europas“ richteten und damit eine Legitimation für Breiviks Anschläge liefern sollten. In Buchholz kommt es zu dem immer wieder zu gewalttätigen Übergriffen von Neonazis auf Andersdenkende.

Am folgenden Samstag machten wir Station in Hollenstedt. Auch hier gab es in der Vergangenheit immer wieder gewalttätige Übergriffe auf politisch Andersdenkende (link zum artikel über den Hausüberfall) und eine Vielzahl von faschistischer Propaganda in Form von Stickern und Plakaten. Durch die räumliche Nähe zu Tostedt bestehen, zu der Tostedter Naziszene eine sehr enge Verbindung. Viele Neonazis aus der Kameradschaft „Gladiator Germania“ wohnen oder kommen aus der Region Hollenstedt.

Am 27.04 ereignete sich vor dem Winsener JUZ ein Übergriff von Neonazis aus Harburg und ihren rechten Umfeld auf Alternative Jugendliche und bekannte Antifaschist_Innen. Dabei wurden mehrere Jugendliche und ein Antifaschist verletzt. Darauf wiesen wir am 12.05. in der Winsener Innenstadt mit Flyern hin und mobilisierten auch hier für den 02.06.

Der nächste Infostand fand am 19.05 in Tostedt statt. Die Kleinstadt ist immer wieder durch brutale Naziübergriffe in die Schlagzeilen geraten. Tostedt bietet durch den Naziladen „Streetwear Tostedt“ mit seinem Betreiber, dem verurteilten Totschläger, Stefan Silar einen Anlaufspunkt für die regionale und überregionale Naziszene. Gerade deswegen wird dieser Ort immer wieder Angriffspunkt linksradikaler Politik sein.

Der letzte Ort unserer Tour war dann am 26.05 Hamburg-Harburg, auf dem Seeveplatz, am Rand des Harburger Bahnhofs. In diesem Stadtteil, im Hamburger Süden, sind diverse Nazis unter anderem in der „Weissen Wölfe Terrorcrew“ organisiert, hier fand im Dezember 2011 eine Spontandemo der sogenannten „Unsterblichen“ statt. Im Umfeld des Harburger Bahnhofs finden sich immer wieder Aufkleber und Plakate neonazistischer Strukturen.

Insgesamt lässt sich eine positive Bilanz ziehen. In allen von uns besuchten Orten standen uns die Passant_Innen verhältnismäßig offen gegenüber. So wurden mehrere tausend Flyer unter die Menschen gebracht und es entstanden nette und interessante Diskussionen und Gespräche.
Auf unserer Tour von Neu Wulmstorf bis nach Harburg hatten wir wider erwarten kaum Stress mit den Cops und von den Nazis kam selbst in Tostedt nicht mehr als ein müder Mittelfinger am späten Samstagvormittag.
Die ganze Mobi-Tour wurde von der Antifa-Koordination Harburg-Land, der Autonomen Antifa ST und der Partei „die Linke“ Harburg-Land organisiert.

Für den 2.6. können wir den Nazis nur raten wieder aus zu schlafen und nicht nach Hamburg zu fahren.
Die Antifa steht immer früher auf!

Hamburg-Wandsbek, 02.06. – Naziaufmarsch blockieren, angreifen, verhindern!

>> notddz2012.blogsport.eu

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Aktion zum Naziladenjubiläum

Nachräglich:

In den Abendstunden des 15.11 fand im Umfeld des Naziladens „Streetwear-Tostedt“ eine Flyeraktion statt. Eine kleine Gruppe Antifaschist_Innen nahm das 6-jährige Jubiläum des Ladens in der Niedersachsenstraße 1 im Tostedter Ortsteil Todtglüsingen zum Anlass um mal wieder über das Geschäft, seinen Betreiber und den neonazistischen Hintergrund aufmerksam zu machen.

Es gibt kein ruhiges Hinterland!
Neben dem Jubiläum am 5.November, feiert der Betreiber und bekannte Neonazi Stefan Silar Ende November seinen Geburtstag. In den letzten Jahren fanden immer wieder größere und kleinere Aktivitäten statt. Vor zwei Jahren am 21.11 organisierte Silar zum 4-jährigen Geschäftsjubiläum ein Rechtsrock Konzert im nahen gelegenen Dorf Königsmoor ( http://de.indymedia.org/2009/11/266677.shtml). Dazu kamen Neonazis aus Nord- und Ostdeutschland. Es spielte die NSHC-Band „Path of Resistance“, die regionale Band „Alte Schule“ aus Schneverdingen und „Propaganda“.

Der Betreiber des Naziladens Stefan Silar gilt als einer der Köpfe der norddeutschen Neonaziszene. Seitdem er 1992 den ehemaligen Capitän Gustav Schneeclaus tot schlug, gilt er in der Szene als Kader, der zu dem steht was er sagt. ( http://de.indymedia.org/2010/03/275942.shtml) Die Ideologie nach der Silar damals tötete vermittelt er nun durch seinen Laden an Nachwuchsnazis. Das schlägt sich in der langen Liste von gewalttätigen Übergriffen durch Neonazis in Tostedt nieder. Die Polizei und die Justiz sind nicht in der Lage in irgendeiner Form die Naziübergriffe zu beenden oder einzuschränken. In den letzten Monaten beobachten die örtlichen Antifaschist_Innen wieder vermehrt neonazistische Aktivitäten. Am Abend des 11.11 wurde ein Antifaschist am Bahnhof Buchholz von zwei Tostedter Neonazis angegriffen und verprügelt. Zum sogenannten „Volkstrauertag“ am 13.11. veranstaltete die Naziszene eine Gedenkveranstaltung. Letzter öffentlicher Artikel ( http://de.indymedia.org/2011/09/315351.shtml)
Das Versagen der Polizei und der Justiz wird besonders deutlich bei Stefan Silar selbst. Trotz einer lange Liste von Körperverletzungsdelikten und einem klaren neonazistischen Menschenbild aus dem heraus seine Übergriffe resultieren, ist es den Repressionsbehörden nicht gelungen Silar „weg zu sperren“ oder den Naziladen zu schließen.

Lange Zeit vermittelte die Presse, die Polizei und die Justiz den Eindruck als ob es gelingen würde den Naziladen auf juristischem Wegen zuschließen. Doch der Eindruck trügt, in erster Instanz vor dem Amtsgericht in Tostedt wurde Silar zu einer Freiheitsstrafe verurteilt, dagegen ging er mit seinem Anwalt Arndt Hohnstädter aus Leipzig in Revision. Vor dem Gericht in Stade, verringerte der Richter die Strafe zu einer Bewährungsstrafe mit der Auflage, „der Laden sei innerhalb von 3 Monaten zuschließen“. Maßgeblich stützte sich das Gericht auf eine positive Sozialprognose und eine Aussage einer örtlichen Staatsschutzbeamtin. Woher das Gericht bei einer Karriere ( http://de.indymedia.org/2010/03/275942.shtml) wie der von Herrn Silar auf eine solche Prognose kam, bleibt unschlüssig. Auch gegen dieses Urteil wehrt er sich weiter, sodass der Fall jetzt von dem Gericht in Celle geprüft wird.

Es sieht alles danach aus, dass der Laden von Staatsseite nicht geschlossen werden kann.

Das zeigt einmal mehr die Notwendigkeit antifaschistischer Intervention, um die Neonazis in ihrem Handeln einzuschränken. Das Naziproblem ist zum einen durch die gescheiterte „akzeptierende Jugendarbeit“ (Link) der neunziger Jahre selbst gemacht und zum anderen ein gesamtgesellschaftliches Problem. Es lässt sich nicht einfach einsperren oder verbieten. Um das Problem nachhaltig zu bekämpfen ist es zwingend notwendig der Naziszene was entgegen zu setzten.

Wir fordern die Schließung des Naziladens „Streetwear-Tostedt“!

Unsere Perspektive ist und bleibt der Aufbau einer Antifaschistischen Jugendkultur, die in der Lage ist den Nazis Widerstand entgegen zu setzen!

Seit Oktober 2010 kämpft die Kampagne „Landfriedensbruch“ für antifaschistische Perspektiven in der Region Tostedt.

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„Music against Fascism Vol.2″ in Winsen

Am kommenden Freitag, den 23. September 2011, findet im Jugendzentrum Winsen (Luhe) ein Konzert statt, organisiert von regionalen Antifastrukturen. Wir unterstützen die örtlichen Antifaschist_Innen dabei eine antifaschistische Jugendkultur im Landkreis Harburg aufzubauen und zu etablieren.

Lineup und Spielplan:
Einlass ab 18:30
The Sustainers haben leider kurzfristig abgesagt
19:30 E123
21:00 Johnny Mauser, Captain Gigs und Marie Curry
22:00 Feine Sahne Fischfilet
23:00 Crass Defected Character

musicagainstfascism

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Bands

Am kommenden Samstag werden folgende Bands auf der Kundgebung spielen. Hier die Links zu den Internetauftritten der Acts, um schonmal reinzuhören.

>> Goodbye Jersey
>> No Life Lost
>> E123
>> maison derrière

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Mobi-Video zur Kundgebung mit LKW Konzert!

16.7.2011 – „Am 10. September 2011 findet im niedersächsischen Dorf Tostedt eine antifaschistische Kundgebung mit LKW-Konzert statt. Unter dem Motto „Love Music, Hate Fascism – Für eine antifaschistische Jugendkultur!“ hat die Kampagne Landfriedensbruch diese erneute Antifa-Aktion in Tostedt organisiert. Mehrere Bands wollen gemeinsam mit Antifas den Ort rocken und örtliche Antifa-Strukturen stärken. Am Sande – Tostedt, Beginn um 14 Uhr.“

>> Link zum Mobi-Video auf YouTube

Zusätzlich haben die Bands E123 aus der Region um Tostedt und maison derrière zugesagt! Leider hat Tackleberry abgesagt.

Treffpunkt für eine gemeinsame Abfahrt zur Kundgebung mit LKW Konzert aus Hamburg.
Samstag 10.09.2011
12.50 DB Reisezentrum
Abfahrt ab Hamburg Hbf 13.15

>> Aufruf
>> aktueller Hintergrund Artikel

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Naziterror und Brandanschlag

Inzwischen ist Tostedt überregional für seine aktive Naziszene und den Neonaziladen bekannt. Doch in letzter Zeit wirkte es so, als ob es um die Szene vor Ort ruhig geworden wäre. Tatsächlich sind die Übergriffe, Einschüchterungsversuche und sonstige Aktivitäten seitens der Nazis deutlich zurück gegangen. Zurückzuführen ist diese Entwicklung in erster Linie auf die Aktivitäten des Antifa-Bündnis »Landfriedensbruch«, dem öffentlichen Druck durch die Presse und den zahlreichen Vorstrafen und Gerichtsprozesse gegen die Kader der Szene. Seit ein paar Wochen jedoch melden die örtlichen Antifaschist_Innen wieder vermehrte Aktionen der Neonazis. Jetzt wurde auch eine Auto eines Antifas angezündet.

In der Nacht vom 2. auf den 3. September wurde das Auto eines bekannten Antifaschisten angezündet. Die Neonazis probierten auf dem Hof einer linken Wohngemeinschaft zunächst die Frontscheibe mit einem Stein einzuwerfen. Als dies nicht gelang, warfen sie die Seitenscheibe ein und entzündeten den Sitz. Bereits in den Abendstunden des 2. September kam es zu einer Auseinandersetzung auf dem Dorfplatz am Sande. Eine Gruppe von ca. 10-15 Neonazis versuchte eine Gruppe von vier Antifaschist_innen und alternativen Jugendlichen anzugreifen. Die vier konnten den Angriff abwehren und die Nazis in die Flucht jagen.
Im Verlauf der letzten Woche gab mehrere Mobilisierungsaktionen für die nächste antifaschistische Kundgebung am 10. September in Tostedt. In der Innenstadt sind massiv Plakate dafür aufgetaucht und es wurden regelmäßig Flyer verteilt.
Das abgefackelte Auto ist als Racheakt auf die Aktivitäten der örtlichen Antifaszene zu verstehen. Schon vor ein paar Wochen wurde das Auto von Nazis großflächig zerkratzt. Bei einem anderen wurde der Außenspiegel abgetreten, zusammen mit der Drohung, dass es »beim nächsten mal mehr als nur der Außenspiegel« sein würde.

Offensichtlich setzen die Tostedter Neonazis ihre gewaltätigen Übergriffe nun fort. Die beiden Neonazis Fabian Rath und Mattes Wehber lauerten einem bekannten Antifaschisten auf dem Weg zu seiner Arbeit auf, griffen ihn an und probierten ihm einen glühenden Zigarettenstummel ins Gesicht zu drücken. Der gleiche Antifaschist war bereits öfters das Ziel von Einschüchterungsversuchen, regelmäßig wird er von Neonazis bedrängt und bedroht. Bei einem Versuch ihn abzufangen, traf ein Neonazi auf eine Gruppe Antifaschist_Innen die ihn erfolgreich in die Flucht schlagen konnten. Anstatt sich Unterstützung bei einem Gleichgesinnten zu suchen, rief er seine Mutter, welche ihn aus der missgünstigen Lage befreien sollte. Die Beiden verständigten die Polizei und zeigten die solidarischen Antifas an. Wie durch ein Wunder ist dem Antifaschisten bisher nicht mehr passiert als blaue Flecken und Schürfwunden.
Ein ähnlicher Vorfall ereignete sich ein paar Wochen später. Mattes Wehber traf in der Tostedter Innenstadt auf eine Gruppe Antifas, er wurde lediglich angepöbelt. Daraus machte er einen Angriff und einen »Hausbesuch«, er schickte seinen Vater (überzeugter Nationalist) vor, um einen benachbarten Antifaschisten einzuschüchtern. Der Vater, sowie wenig später Mattes wurden konsequent vom Hof argumentiert. Auf einem Dorffest in der Nähe von Tostedt fingen Nachwuchs Nazis (aus dem Umfeld des »Nationalen Widerstand Tostedt«) an, eine Gruppe Antifaschist_Innen zu beschimpfen und sie kurze Zeit später mit Flaschen und Steinen zu bewerfen. Nur durch konsequenten Widerstand gelang es den Genoss_Innen die Nazis vom Fest zu jagen. Wenige Tage später wurden zwei vermummte Neonazis bei einem Angriff auf eine linke Wohngemeinschaft überrascht und in die Flucht geschlagen.

Im nahe gelegenen Buchholz wurde ein Kandidat für die Kommunalwahl der Partei »Die Linke« von dem Tostedter Neonazi Fabian Rath angegriffen. Dabei schlug dieser dem jungen Linken mehrfach ins Gesicht und versuchte mit einem Springmesser auf ihn ein zu stechen. Einen Tag später wurden zwei weitere linke Jugendliche in Buchholz von Tostedter Neonazis angegriffen und ebenfalls mehrfach ins Gesicht geschlagen. Sie kamen glücklicherweise mit Platzwunden und blauen Flecken davon.
Die Beiden stellten Anzeige bei der Polizei. Woraufhin es zu einer Durchsuchung des Elternhauses von Fabian Rath kam. In seinem Zimmer wurden verschiedene Waffen gefunden, u.a. ein Kampfmesser von der Bundeswehr und Gaspistolen. Bei einer anderen Kontrolle durchsuchten Polizeibeamte das Auto von Rath, dabei stießen sie auf ein Springmesser und eine Axt. Rath ist bereits zu einer Bewährungsstrafe von zwei Jahren verurteilt worden. Nach der neuen Anzeige und erdrückenden Beweisen, sieht es im Moment nach einer mehrjährigen Haftstrafe für den 19-jährigen aus. Anstatt sich zurückzuhalten, macht Rath munter weiter. In der Diskothek Padam in Riepe bedrohte er zusammen mit einem anderen Nazi drei junge Antifas mit einem Messer und den Worten: «Ich geh eh in Knast, da kann ich euch auch abstechen.«
Auf einem Abschlussball wurde ein Antifaschist von Nazis bedroht, eingeschüchtert und gejagt. Dabei versuchten Neonazis, allen voran Christoph Rehm, dem Schüler seine Buttons zu entwenden. Nur durch entschlossenes Handeln konnte schlimmeres verhindert werden.

Auch vor potenziell tödlichen Anschlägen machen die Nazis im Landkreis Harburg keinen Halt. In der Nacht zum 21. August 2011 wurden die Radmuttern an einem Fahrzeug einer aktiven Antifaschistin gelöst. Diese ist ebenfalls eine Kandidatin der Partei „Die Linke“. Glücklicherwiese entdeckte sie die Manipulation am Fahrzeug, als sie während der Fahrt ein Klappern hörte.

Zum Todestag von Rudolf Hess planten die „Jungen Nationaldemokraten“ (JN) um Kevin Arbeit aus Wiegersen und der »NW Tostedt« eine Spontandemonstration in Buxtehude. Die geplante Aktion wurde von ca. 30 Antifaschist_Innen erfolgreich verhindert. Geplant war ein “Fackelmarsch” durch in Innenstadt Buxtehudes, am Abend des 17. August 2011. Allein die Anwesenheit der Antifas jagte den Organisatoren um Kevin Arbeit solch einen Schrecken ein, dass sie auf ihren Fahrrädern gleich wieder die Heimreise antraten. Mehrere Autos von Tostedter Nazis – u.a. Bastian Dähnert – fuhren durch die Stadt, aber auch sie waren sichtlich mit der Situation überfordert. Für die Neonazis war es ein herber Rückschlag, dass eine konspirativ organisierte Aktion von aktiven Antifaschist_innen verhindert werden konnte.

»Streetwear Tostedt«

Nach Auseinandersetzungen zu Pfingsten 2010 zwischen Tostedter Neonazis und Teilnehmer_Innen einer antifaschistischen Spontandemonstration, wurden mehrere Tostedter Neonazis wegen »Landfriedensbruch« verurteilt. U.a. Bastian Dähnert, Sebastian Stöber, Fabian Rath und Stefan Silar. Bei den Auseinandersetzungen an Pfingsten 2010 ging Stefan Silar mit einem gezückten Messer auf einen Antifaschisten los. Silar ist aktueller Betreiber des Neonaziladen »Streetwear Tostedt«, er ist bereits mehrfach vorbestraft, u.a. wegen Körperverletztung. 1992 wurde er wegen Totschlags zu einer 6-jährigen Haftstrafe verurteilt. Vor dem Amtsgericht Tostedt wurde er wegen »gefährlichen Landfriedensbruch« zu einer Freiheitsstrafe von 18 Monaten ohne Bewährung verurteilt. Im Berufungsprozess von dem Gericht in Stade verringerte der Richter nach einer Absprache mit Silar und dessen Anwalt, das Strafmaß auf 12 Monate Freiheitsstrafe, ausgesetzt auf 5 Jahre zur Bewährung. Eine Bewährungsauflage beinhaltet die Schließung des Streetwear Tostedt, die von Silar selbst vorgeschlagen wurde. Eine Beamtin des Staatsschutzes sagte zugunsten Silars aus, so dass er eine positive Sozialprognose bekam. Und das obwohl Silar noch vor ein paar Wochen auf ein Auto mit vermeintlich linken Insassen gestürmt ist um sie körperlich anzugreifen. Dieser Vorfall ist den Repressionsbehörden bekannt, da der Vorfall sich abspielte während Bullen daneben standen. Zur gleichen Zeit fand eine Kundgebung der Kampange »Landfriedensbruch« unter dem Motto »Skaten gegen Nazis« am Bahnhof statt.
Mittlerweile ist Silar vor die nächste gerichtliche Instanz in Celle gezogen und hat wieder Berufung eingelegt. Damit will er erreichen, dass er seinen Laden auch weiterhin betreiben kann. Seine Einlassungen vor dem Landgericht Stade waren offensichtlich taktischer Natur, um den Richter und Staatsanwalt zu täuschen.
Dieses Beispiel zeigt einmal mehr wie unfähig die staatlichen Repressionsbehörden bei dem Umgang mit der Naziszene sind. Es ist klar, dass diese Thematik nicht vom Staat weg gesperrt werden kann, vielmehr handelt es sich um ein gesellschaftliches Problem.

Tostedt rocken!

Das beste Mittel gegen Neonaziaktivitäten ist immer noch der antifaschistische Selbstschutz. Aus diesem Grund findet am 10. September eine antifaschistische Kundgebung mit LKW-Konzert in Tostedt statt. Bands und die Kampagne Landfriedensbruch wollen den Aufbau einer antifaschistischen Jugendkultur in Tostedt unterstützen und Räume für antifaschistische Strukturen schaffen.

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Antifa Kundgebung mit LKW-Konzert

Am 10. September 2011 findet im niedersächsischen Dorf Tostedt eine antifaschistische Kundgebung mit LKW-Konzert statt. Unter dem Motto „Love Music, Hate Fascism – Für eine antifaschistische Jugendkultur!“ hat die Kampagne Landfriedensbruch diese erneute Antifa-Aktion in Tostedt organisiert.
Mehrere Bands wollen gemeinsam mit Antifas den Ort rocken und örtliche Antifa-Strukturen stärken.

Tostedt? Dazu fällt einem zumeist erst der Naziterror im Örtchen in der Nordheide ein. Seit Jahren ist in Tostedt eine aktive und gewalttätige Neonaziszene etabliert. Durch unzählige Übergriffe auf alle Menschen, die sie als Gegner_innen ausgemacht haben, versuchen die örtlichen Nazis eine rechte Hegemonie in Tostedt herzustellen. Das rechte Problem wurde dort zumeist totgeschwiegen oder verharmlost. In den 1990er Jahren wurden die Nazis sogar durch ein Streetworkprojekt gefördert, während gleichzeitig antifaschistische Initiativen kriminalisiert wurden.

Bis heute hält der niedersächsische Inlandsgeheimdienst, der sog. „Verfassungsschutz“ und das Landeskriminalamt seine schützenden Hände über die Nazis. Nur wenn es zu öffentlichen Protesten oder einer überregionalen medialen Resonaz kommt, gehen auch die Behörden gegen die Nazischläger vor. Dreh- und Angelpunkt der extrem rechten Szene in Tostedt ist das Ladengeschäft „Streetwear Tostedt“. Betrieben wird dieser Laden vom Naziaktivisten und verurteilten Totschläger Stefan Silar. Dieser ist nicht nur Anführer der regionalen Szene, sondern gehört auch dem Führungskreis der norddeutschen Naziszene an und organisiert regelmäßig RechtsRockkonzerte.
Für nicht-rechte und antifaschistische Jugendliche war Tostedt über Jahre fast eine NoGo-Area. Wer sich dort gegen Rechtss engagierte, musste mit Übergriffen rechnen. Eingeschlagene Fensterscheiben, beschädigte Autos, Bedrohungen auf offener Straße und Überfälle waren die Antworten der Nazis.
Im Oktober letzten Jahres haben sich verschiedene antifaschistische Gruppen aus Niedersachsen und Hamburg zur Kampagne Landfriedensbruch zusammengeschlossen, um die Tostedter Verhältnisse zu verändern, den Naziterror zu stoppen und antifaschistische Initiativen vor Ort wieder aufzubauen und zu stärken. Offensiv soll sich den Nazis dort entgegengestellt werden. So fanden u.a. Flugblattaktionen, Infoveranstaltungen, Kundgebungen und eine Demonstration statt. Mittlerweile konnten die Aktivitäten und Übergriffe der Nazis eingeschränkt werden.

Um auch weiterhin den Nazis in Tostedt auf die Füße zu treten und gleichzeitig eine antifaschistische Jugendkultur zu stärken, findet am 10. September 2011 eine antifaschistische Kundgebung mit Konzert statt.

Um die Situation in Tostedt nachhaltig zu verändern und die Neonazis zurückzudrängen, ist ein langer Atem und kontinuierliches antifaschistisches Engagement erforderlich.
Die Kundgebung mit Konzert richtet sich zum einen gegen nationalistische, rassistische und sexistische Denkweisen und zum anderen soll Jugendlichen eine Plattform geboten werden, sich zu informieren und auszutauschen. Auf Wunsch Tostedter Jugendlicher findet die Veranstaltung am 10. September 2011 statt, um ihnen einen Raum ohne Nazis zu schaffen und sie in ihrem Engagement vor Ort zu unterstützen. Erklärtes Ziel der Kampagne Landfriedensbruch ist es, mit unterschiedlichen Aktionen Aufklärung zu leisten und zu antifaschistischem Handeln gegen Neonazis in Tostedt und anderswo zu motivieren.

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Kundgebung für eine antifaschistische Jugendkultur

KundgebungKonzi1

KundgebungKonzi2

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Soli-Party „Take it or break it“

Flyer12
flyer2

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Skaten gegen Nazis

Kundgebung für eine antifaschistische Jugendkultur









Am vergangenen Samstag (16.07.11) fanden im niedersächsischen Tostedt zwei antifaschistische Aktionen statt. Unter dem Motto „Skaten gegen Nazis – Für eine antifaschistische Jugendkultur“ kamen rund 120 Menschen zusammen. War zunächnst nur eine Kundgebung geplant, fanden dann zwei Veranstaltungen statt, um den Nazis in Tostedt mal wieder die Rote Karte zu zeigen. Neben der Kundgebung am Bahnhof wurde auch die örtliche Skateanlage genutzt, was von der Samtgemeinde Tostedt vorher untersagt wurde.
Insgesamt ein schöner Tag in Tostedt, ohne irgendwelchen Ärger mit Nazis.
„Skaten gegen Nazis“ wollte die Kampagne Landfriedensbruch mit örtlichen Jugendlichen, um den Ort wenigstens temporär zu besetzen und einen Nachmittag ohne Nazis in Tostedt zu verbringen. Auf der örtlichen Skateanlage tummeln sich in den Sommermonaten auch immer mal wieder Nazis und versuchen dort junge Leute anzusprechen. Für alternative und nicht-rechte Skater_innen ist die Anlage sonst nicht zu nutzen. Dies galt es zu ändern und mal wieder die Nazis in ihrem Handeln einzuschränken.

Nachdem die Kampagne Landfriedensbruch im Herbst 2010 gestartet ist, hat sich das Klima in Tostedt etwas geändert. Die Nazis treten nicht mehr so stark in Erscheinung und mehrmals wurde ihnen deutlich gemacht, dass es mit der Ruhe im Dorf vorbei ist. Die Kampagne Landfriedensbruch will auch weiterhin kontinuierlich in Tostedt aktiv werden und eine antifaschistische Jugendkultur stärken.

Die Kundgebung am Samstag sollte eigentlich auf der Skateanlage stattfinden. Nachdem diese bei der zuständigen Versammlungsbehörde angezeigt wurde, teilt die Samtgemeinde Tostedt den Veranstalter_innen mit, dass die Skateanlage sich im „Eigentum“ der Samtgemeinde befände und nur „im Rahmen der Jugendpflege sportbegeisterten Jugendlichen zur Verfügung gestellt wird“. Auch könnte eine Genehmigung nur in Aussicht gestellt werden, wenn es sich um eine „reine Sportveranstaltung handelt und diese mit keiner politischen Veranstaltung in Verbindung steht.“ So eine Veranstaltung ist angesichts der Naziproblematik in Tostedt allerdings nicht möglich. „Skaten gegen Nazis“ ist natürlich eine Aktion von sportbegeisterten Menschen, aber diiese verbinden damit auch einen politischen Ausdruck. Die Kundgebung wurde dann auf den nahegelegen Parkplatz am Bahnhof verlegt, um sich nicht aus Tostedt verdrängen zu lassen und um deutlich zu machen, dass antifaschistische Aktionen trotz aller Einschränkungen stattfinden werden.

Der Tag begann dann mit einigen Verzögerungen, da die Lokomotivführer_innen in der Nacht wieder in den Streik getreten sind und die meisten Zugverbingungen nach Tostedt ausfielen. Bis 13 Uhr kamen dennoch rund 120 Menschen in Tostedt zusammen. Einige Gruppen mussten sich allerdings abmelden, da sie keinerlei Zugverbindungen hatten. Telefonisch richteten sie aber solidarische Grüße aus.

Die antifaschistische Kundgebung begann nach einer Begrüßung und der Erklärung, dass mensch trotz der Schwierigkeiten bei der Anreise nach Tostedt, solidarisch mit dem Streik der Lokomotivführer_innen ist und die Forderungen der GDL unterstützt.

Schon zu Beginn der Kundgebung am Bahnhof trafen sich ca. 30 Menschen auf der Skateanlage und ließen sich nicht durch die Einschränkung der eigentlich geplanten Veranstaltung abhalten. So wurde dann ein Grill aufgebaut und die Anlage ganz „sportbegeistert“ und „politisch“ genutzt.

Nachdem auf der Kundgebung am Bahnhof die Hintergründe der Einschränkung der Veranstaltung erläutert wurden, entschlossen sich einige empörte Menschen spontan eine Kundgebung auf der Skateanlage anzumelden. Dies wurde dann bei der anwesenden Polizei getan und nach einigem hin und her, musste diese Veranstaltung dann auch zugelassen werden. So kam es, dass dann zwei Kundgebungen in Tostedt stattfanden.

Auf der Skateanlage herrschte dann eine ausgelassene Stimmung, wo Menschen mit ihren Skateboards und Bikes die Anlage „sportlich“ sowie „politisch“ nutzten.
Zu dieser Kundgebung kamen dann auch mehrere Jugendliche aus Tostedt und Umgebung hinzu, die sich sichtlich darüber freuten, dass diese Veranstaltung stattfand und sie ohne Nazis die Anlage nutzen konnten. Zusammen mit anderen Skater_innen und Antifas wurden dann größere und kleinere Kunststücke vorgeführt und auch die Jüngsten zeigten ihr Können.

Gegen 15.30 Uhr wurden die beiden Kundgebungen beendet, damit alle mit den spärlich fahrenden Zügen wieder abreisen konnten.
Nach Beendigung der Kundgebung am Bahnhof, wurden durch die Polizei noch die Personalien von drei Antifas aufgenommen. Die Antifas sollten angeblich Personen beleidigt haben, die versuchten die Kundgebung zu provozieren. Ansonsten hielt sich die Polizei, die mit einem größeren Aufgebot vor Ort war, zurück.

Von den Nazis sah mensch an diesem Tag nichts. Einige drückten sich vor dem Naziladen „Streetwear Tostedt“ und auf dem Schützenfest rum. Hatten sie vorher noch ein „Skate-Battle um die Vorherrschaft in Tostedt“ angekündigt, war dann letztendlich außer großen Worten nichts davon zu merken. Auf einer Internetseite hatten sich die Tostedter Nazis vorher mit Plakaten zur Antifa-Kundgebung gezeigt. Diese hatten sie vorher in Tostedt abgerissen. In einem humoristischen Artikel versuchten sie den Eindruck zu vermitteln, dass sie mit einem Plakat durch halb Europa gefahren seien und ihre Kameraden informiert hätten. Allerdings haben sie sich nur vor zwei Straßenschildern abgelichtet, als sie auf dem Weg ins französische Rohrbach (Lothringen) waren. Dort hatten sie ein großes Nazikonzert der sog. „Hammerskins“ besucht.

Für die Kampagne Landfriedensbruch war der Tag erfolgreich, da zum einen nicht nur organisierte Antifas kamen, sonderen auch viele Jugendliche aus Tostedt. Auch Vertreter_innen des örtlichen Forums für Zivilcourage beteiligten sich an der Veranstaltung. Zum anderen konnten fortschrittliche Positionen genau dort vermittelt werden, wo sich Nazis festgesetzt haben und auf eine weit verbreitete Gleichgültigkeit spekulieren können.

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>> Mobivideo

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